• Europas Bremsklotz Nr. 1 ist Geschichte

    Kurz nach Viktor Orbáns Wahlniederlage rief EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dazu auf, die verpflichtende Einstimmigkeit in der Außenpolitik der EU zu beenden. Auf einer Konferenz in Brüssel am 13. April forderte sie die Mitgliedstaaten auf, die Gelegenheit zu nutzen, um zum Mehrheitsprinzip bei Abstimmungen zu wechseln.

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  • Ausprobieren, was geht. Meine Homepage jetzt auch mehrsprachig.

    Seit 2023, also seit fast drei Jahren, betreibe ich diese kleine Homepage. Damals kam mir die Idee als Blog für meine Teilnahme als Volontär bei den Olympischen Spielen. Inzwischen nutze ich es einfach, um meine Sorgen um das Weltgeschehen zu kompensieren oder, weil ich eigentlich eher ein Optimist bin, die Welt schönzuschreiben.

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  • Geopolitischer Flächenbrand: Wenn Energie zur Hungerwaffe wird

    Wir hier in Frankreich haben noch fast Glück. Die Energiepreise an der Tankstelle sind zwar gestiegen, aber nicht in dem Maße wie beim Nachbarn in Deutschland. Aber auch bei den Anrainern Deutschlands werden sich die Preise langsam erhöhen. Warum sich die Ölmultis ausgerechnet in Deutschland an einer Krise so schamlos bereichern müssen, ist ein anderes Thema.

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Während das Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran bereits wieder zu zerbröckeln scheint, lieferte das jüngste Gipfeltreffen in Armenien das nächste Beispiel für Trumps außenpolitisches Versagen. Von „Making America Great Again“ ist wenig geblieben; stattdessen verspielt der US-Präsident gerade seinen wichtigsten Hebel gegenüber den europäischen Verbündeten.

Gepaart mit der Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof bezüglich seiner willkürlichen Zölle und dem drohenden Verlust der Mehrheit im Kongress im nächsten Jahr, steht Trump innen- wie außenpolitisch mit dem Rücken zur Wand.


Die Ukraine emanzipiert sich

Der wohl folgenreichste Bruch zeigt sich in der Ukraine-Politik. Bei seinem jüngsten Auftritt auf einem europäischen Gipfel richtete Präsident Selenskyj seine Worte ausschließlich an Europa – die USA spielten in seiner Rede keine Rolle mehr. Kiew macht sich systematisch von Washingtons Sicherheitsgarantien unabhängig.

Für Europa bedeutet das: Wenn Amerika nicht mehr als unverzichtbarer Schutzherr auftritt, gibt es für Brüssel kaum noch Gründe, sich Trumps Forderungen zu beugen. Diese neue Dynamik verändert das Machtgefüge in fast allen transatlantischen Konfliktfeldern.


Das Ende der Erpressbarkeit durch Zölle

Noch im letzten Jahr akzeptierte Europa Trumps massive Zölle fast klaglos. Man fürchtete, durch Gegenmaßnahmen die lebensnotwendige US-Unterstützung für die Ukraine zu riskieren. Doch im Jahr 2026 hat sich das Blatt gewendet:

  • Persönlicher Einfluss: Die Riege der Staatschefs, die noch einen Draht zu Trump hatten, ist fast vollständig verschwunden.
  • Strategischer Fokus: Selenskyj hat erkannt, dass Schmeicheleien bei Trump nichts bringen. Sein Fokus liegt nun auf europäischer Autonomie.
  • Der Iran-Faktor: Durch Trumps Fixierung auf den Iran-Konflikt sind die USA für Europa vom „unsichtbaren Bündnispartner“ zum bloßen „Waffenhändler“ degradiert.

Da Washingtons Waffenlieferungen ohnehin Richtung Nahost fließen und die Hilfe für die Ukraine versiegt ist, ist Trumps Drohung, die Unterstützung einzufrieren, wirkungslos geworden. Europa rüstet selbst auf und schätzt zwar US-Hardware, bettelt aber nicht mehr darum.


Europäische Handlungsfreiheit

Mit dem Schwinden des geopolitischen Hebels gewinnt die EU plötzlich den Spielraum zurück, sich gegen wirtschaftliche Schikanen zu wehren. Warum sollte Europa weiterhin schädliche Zölle auf seine Kernindustrien schlucken, wenn die dafür versprochene Sicherheit nicht mehr garantiert ist?

Die „Koalition der Willigen“ treibt die strategische Autonomie voran. Europäische Führungskräfte haben verstanden, dass sie ihre Sicherheit nicht länger an den unberechenbaren US-Wahlzyklus auslagern können. Die Ukraine wird dabei zum zentralen Partner eines neu organisierten, wehrhaften Europas.


Kiews neue Strategie: Unabhängigkeit durch Innovation

Angesichts wegbrechender US-Gelder hat Selenskyj die Verteidigungsstrategie auf drei Säulen gestellt:

  1. Eigene Rüstungspower: Die Ukraine wandelt sich vom Empfänger zum globalen Vorreiter für kostengünstige Innovationen wie FPV-, Marine- und Langstreckendrohnen. Mit einem Volumen von rund 55 Milliarden Dollar wird die Beschaffung zunehmend ins Inland verlagert.
  2. Integration statt Almosen: Europa finanziert Waffen direkt und investiert in die Ukraine als „Testfeld“ moderner Kriegsführung. Es entsteht eine Partnerschaft auf Augenhöhe: Kapital gegen Daten und Erfahrung.
  3. Autonome Luftverteidigung: Durch mobile Feuergruppen und Abfangdrohnen reduziert die Ukraine die Abhängigkeit von teuren US-Systemen. Die Botschaft lautet klar: „Wir verteidigen uns selbst.“

Ausblick 2027: Das Ende des „Dealmakers“

Blicken wir ein Jahr voraus: Die Republikaner haben den Kongress verloren, und das Urteil gegen die Zollpolitik schränkt Trumps Handlungsspielraum massiv ein. Währenddessen hat die Ukraine gemeinsam mit Europa Wege gefunden, sich ohne Washington zu behaupten und Russlands Ölexporte empfindlich zu treffen.

In diesem Szenario hätte der selbsternannte „Meister der Kunst des Deals“ sein eigenes Konzept ad absurdum geführt. Innerhalb von nur zwei Jahren wäre Trump von einer Position der Stärke in eine Lage geraten, in der er gegenüber Europa fast jegliche Hebelwirkung verloren hat.

Die internationale Politik steuert auf eine Ära zu, in der Washington nicht mehr das unangefochtene Zentrum der Macht ist.

 

Bücher

  • Das Türkenhaus

    Deutschland im Herbst 1988. Der siebzehnjährige Christian leidet unter hypnopompen Halluzinationen. Seit dem Tod seiner ersten großen Liebe weicht ihm seine Fantasiefreundin Anna aus Kindheitstagen nicht mehr von der Seite. Sein behandelnder Psychologe erwägt, Christian aufgrund selbstverletzendem Verhaltens in eine psychiatrische Klinik zu überstellen.

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  • Lord ohne Filter

    Bei einem Spaziergang mit seinem Hund lernt der dreizehnjährige Oliver die gleichaltrige Ines kennen. Oliver bietet Ines eine Zigarette an, die er seiner Mutter zuvor stibitzte. Da er den leichten Zigaretten die Filter abbricht, wird das Rauchen von Lord ohne Filter zu Ines und Olivers Spezifikum. Doch es gelingt Ines und Oliver in den folgenden Jahren nicht, ein Paar zu werden.

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  • Die Lopare

    Über 250 Jahre ist es her, dass die Raumschiffe der Internationalen Raumflotte der Erde nach dem großen Krieg den Schritt wagten und in die Weiten des Weltalls aufbrachen, da sie im Sonnensystem keine Perspektive für sich sahen. Nachdem die Erde und ihre Kolonien im Sonnensystem sich von den Folgen des Konfliktes erhohlten und über überschüssige Ressourcen verfügen, bricht eine wissenschaftliche Flotte auf, um die nahen Sternensysteme zu erkunden.

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