• Ausprobieren, was geht. Meine Homepage jetzt auch mehrsprachig.

    Seit 2023, also seit fast drei Jahren, betreibe ich diese kleine Homepage. Damals kam mir die Idee als Blog für meine Teilnahme als Volontär bei den Olympischen Spielen. Inzwischen nutze ich es einfach, um meine Sorgen um das Weltgeschehen zu kompensieren oder, weil ich eigentlich eher ein Optimist bin, die Welt schönzuschreiben.

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  • Geopolitischer Flächenbrand: Wenn Energie zur Hungerwaffe wird

    Wir hier in Frankreich haben noch fast Glück. Die Energiepreise an der Tankstelle sind zwar gestiegen, aber nicht in dem Maße wie beim Nachbarn in Deutschland. Aber auch bei den Anrainern Deutschlands werden sich die Preise langsam erhöhen. Warum sich die Ölmultis ausgerechnet in Deutschland an einer Krise so schamlos bereichern müssen, ist ein anderes Thema.

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  • Der 175-Milliarden-Dollar-Bumerang

    Der Oberste Gerichtshof hat die Trump'schen Zölle in den USA für unrechtmäßig erklärt. Doch während wir uns vor Schadenfreude die Hände rieben, kommt die Tragweite der Entscheidung langsam zutage. Die dilettantische Regierung der USA tritt mit sagenhafter Präzision in jedes Fettnäpfchen und feiert ihre eigene Inkompetenz.

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Kurz nach Viktor Orbáns Wahlniederlage rief EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dazu auf, die verpflichtende Einstimmigkeit in der Außenpolitik der EU zu beenden. Auf einer Konferenz in Brüssel am 13. April forderte sie die Mitgliedstaaten auf, die Gelegenheit zu nutzen, um zum Mehrheitsprinzip bei Abstimmungen zu wechseln.

Die EU will weg vom Modell, bei dem ein Land 26 andere monatelang blockieren kann, hin zu dem Modell, bei dem 15 Länder zustimmen und die Entscheidung in Kürze beschlossen werden kann. Gelingt dies, wird dies zu einem geopolitischen Gamechanger. Schnellere Entscheidungen, eine einheitliche Außenpolitik und eine geringere Erpressbarkeit durch einzelne Mitglieder wären die Folge.

Das Hauptproblem der EU

Derzeit erfordern Entscheidungen der EU zu Außenpolitik, Sanktionen oder Erweiterung Einstimmigkeit unter allen 27 Mitgliedstaaten. Ein Land kann alle anderen blockieren.

Zwischen 2016 und 2022 nutzten die Mitgliedstaaten ihr Veto mindestens 30 Mal bei außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungen – das sind nur die öffentlich dokumentierten Fälle. Informelle Vetos und Hinterzimmerabsprachen dürften die Zahl deutlich erhöhen.

Ungarn allein brachte von 2011 bis 2025 19 der 46 EU-Vetos ein – mehr als doppelt so viele wie der nächstfolgende Mitgliedstaat.

Orbán blockierte unter anderem:

  • das 90-Milliarden-Euro-Ukraine-Darlehen
  • das 20. Sanktionspaket gegen Russland
  • die Beschleunigung der EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine
  • sowie regelmäßig interne EU-Diskussionen durch Weitergabe an Moskau

Über ein Jahr lang konnte sich die EU nicht zu einer gemeinsamen Erklärung zur Unterstützung der Ukraine durchringen, weil Orbán sich weigerte.

Veto als politisches Druckmittel

Die Vetonutzung verkam zunehmend zum politischen Hebel für unzusammenhängende Ziele:

  • Freischaltung von EU-Mitteln
  • Mobilisierung von Wählern im Inland
  • Erzwingen von Zugeständnissen ohne Bezug zur eigentlichen Entscheidung

Der Vorschlag: Qualifizierte Mehrheit

Der Vorschlag von von der Leyen zielt darauf ab, zur qualifizierten Mehrheit (Qualified Majority Voting, QMV) überzugehen.

Dann würde es ausreichen, wenn 15 Mitgliedstaaten zustimmen – vorausgesetzt, sie repräsentieren 65 % der EU-Bevölkerung.

Die Passerelle-Klausel

Der Mechanismus existiert bereits: die sogenannte Passerelle-Klausel, eingeführt im Jahr 2009. Sie erlaubt es der EU, Abstimmungsregeln zu ändern, ohne die Verträge vollständig neu zu schreiben.

Der Haken: Auch hierfür ist Einstimmigkeit erforderlich. Alle 27 Staaten müssen zustimmen, um die Einstimmigkeit abzuschaffen.

Deshalb wurde die Klausel bislang nie genutzt – zuletzt blockiert durch ein Veto Orbáns im Jahr 2018.

Neue politische Lage

Mit dem Machtwechsel in Ungarn könnte sich dies ändern. Péter Magyar gewann die Wahl deutlich und kündigte an, Ungarn zurück in die europäische Gemeinschaft zu führen.

Er gehört wie von der Leyen der christdemokratischen Parteienfamilie an. Sein dritter Auslandsbesuch wird Brüssel gelten.

Von der Leyen reagierte schnell auf diese neue Situation. Ihre Wortwahl („Momentum“) unterstreicht die Dringlichkeit – das Zeitfenster könnte sich rasch wieder schließen.

Warum QMV ein Gamechanger wäre

Das seit Dezember 2025 blockierte 90-Milliarden-Euro-Darlehen an die Ukraine könnte zeitnah freigegeben werden, sobald das Veto aufgehoben ist und QMV greift.

Auch Sanktionspakete gegen Russland, die bisher Monate dauerten, könnten dann innerhalb weniger Tage beschlossen werden – ohne politische Zugeständnisse an Blockierer.

Bereits in der Vergangenheit blockierten einzelne Staaten EU-Erklärungen:

  • Griechenland und Ungarn verhinderten 2017 und 2021 Stellungnahmen zu China

Unter QMV könnten solche Blockaden überstimmt werden, sofern genügend Staaten zustimmen.

Unterstützung wächst

Eine Unterstützergruppe für die Ausweitung von QMV umfasst bereits 12 Mitgliedstaaten, darunter:

  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
  • Belgien
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Rumänien
  • Slowenien
  • Spanien

Damit liegt sie nicht weit unter der notwendigen Schwelle von 15 Staaten.

Der Abgang Orbáns könnte die politische Kalkulation der noch Unentschlossenen entscheidend verändern.

 

Bücher

  • Das Türkenhaus

    Deutschland im Herbst 1988. Der siebzehnjährige Christian leidet unter hypnopompen Halluzinationen. Seit dem Tod seiner ersten großen Liebe weicht ihm seine Fantasiefreundin Anna aus Kindheitstagen nicht mehr von der Seite. Sein behandelnder Psychologe erwägt, Christian aufgrund selbstverletzendem Verhaltens in eine psychiatrische Klinik zu überstellen.

    Weiterlesen: Das Türkenhaus

  • Lord ohne Filter

    Bei einem Spaziergang mit seinem Hund lernt der dreizehnjährige Oliver die gleichaltrige Ines kennen. Oliver bietet Ines eine Zigarette an, die er seiner Mutter zuvor stibitzte. Da er den leichten Zigaretten die Filter abbricht, wird das Rauchen von Lord ohne Filter zu Ines und Olivers Spezifikum. Doch es gelingt Ines und Oliver in den folgenden Jahren nicht, ein Paar zu werden.

    Weiterlesen: Lord ohne Filter

  • Die Lopare

    Über 250 Jahre ist es her, dass die Raumschiffe der Internationalen Raumflotte der Erde nach dem großen Krieg den Schritt wagten und in die Weiten des Weltalls aufbrachen, da sie im Sonnensystem keine Perspektive für sich sahen. Nachdem die Erde und ihre Kolonien im Sonnensystem sich von den Folgen des Konfliktes erhohlten und über überschüssige Ressourcen verfügen, bricht eine wissenschaftliche Flotte auf, um die nahen Sternensysteme zu erkunden.

    Weiterlesen: Die Lopare