• Mit dem Rad durch Frankreich: Le Loiret au fil de l'eau – Das Loiret am Fluss entlang

    Die Situation ist typisch: Ein in sportlich-fesche Fahrradmontur gekleideter Mann, vom Akzent her Engländer, sitzt lässig auf einem knallroten Plastikstuhl neben einer Frittenbude auf einem wunderschönen Campingplatz und schwärmt in fehlerfreiem Französisch vom Fahrradparadies Frankreich. Mein Widerspruch wird, seinen Gesichtszügen nach zu urteilen, als Affront angesehen.

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  • Eine der größten Reden aller Zeiten.

     

    Es war einmal ein kleiner jüdischer Friseur, der tapfer für sein Vaterland gekämpft hat. Er rettete einem Piloten das Leben, verlor aber sein Gedächtnis und musste jahrelang im Krankenhaus bleiben. Als man ihn aus dem Krankenhaus entlässt, wird sein Heimatland von einem totalitären Regime geführt, in dem Andersdenkende unterdrückt und Minderheiten wie die Juden vom sozialen Leben ausgeschlossen werden.

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  • Russland hat den Krieg verloren, und Putin weiß das.

    Die Wahrheit stirbt bei einem bewaffneten Konflikt als Erstes. Diese Weisheit besteht vermutlich, seit es die ersten Kriege gibt. In Zeiten des Internets lassen sich Fakten von manipulierten Zahlen nur schwer trennen, und die Blasen der Algorithmen, die uns Nutzer mit den Daten versorgen, die wir hören wollen, verstärken dies noch. Ich selbst bin öfter Opfer dieser Informationsblasen geworden.

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Im Jahr 2007 erschien in den deutschen Kinos eine Komödie, die weitgehend unter dem Radar der Zuschauer blieb. Ein Grund dafür war die halbherzige Vermarktung durch 20th Century Fox. Der Film war dem Studio offenbar zu peinlich, und man traute ihm keinen großen Erfolg an den Kinokassen zu.

Der Plot war zu simpel, die CGI-Effekte schon damals nicht mehr zeitgemäß, und nicht alle Gags trafen ins Schwarze. Der skatologische Humor traf nicht jedermanns Geschmack – doch er passte perfekt zu dieser Dystopie, der sich unsere Realität rasant anzunähern scheint. Oder wie Regisseur Mike Judge selbst ironisch anmerkte: „Ich bin kein Prophet – ich lag nur 490 Jahre daneben.“

Die Handlung: Eine Welt ohne Intelligenz

Der Armee-Bibliothekar Joe Bauers soll zusammen mit der Straßenprostituierten Rita an einem Kälteschlaf-Experiment teilnehmen, weil er als „durchschnittlicher Amerikaner“ gilt. Doch die Protagonisten werden in ihren Schlafkammern vergessen und erst 500 Jahre später durch einen Müll-Zunami befreit. Sie erwachen in einer Welt, die sich von Intelligenz verabschiedet hat. Bei einem IQ-Test stellt sich heraus, dass Joe – in der Zukunft „Nicht Sicher“ genannt – der klügste Mensch der Welt ist. Daraufhin nimmt Präsident Camacho ihn in sein Kabinett auf, um Probleme wie Hunger und Gesichtsakne zu lösen.

„Natürlich gießen wir unsere Felder mit einem Energydrink. In Brawndo steckt, was Pflanzen schmeckt – es enthält Elektrolyte!“ Damals hätte wohl niemand geglaubt, dass bereits zehn Jahre später ein US-Präsident im Weißen Haus sitzen würde, dem ein solcher Satz zuzutrauen wäre. Während der Film die Theorie der Dysgenik als Erklärung für den geistigen Zerfall der Gesellschaft heranzieht, reichten 20 Jahre Internet 2.0 aus, um Dummheit hoffähig zu machen.

Idiocracy war nicht nur eine dumme Komödie – es war eine Prophezeiung, verpackt in Fäkalhumor. Hinter der Absurdität steckte echte Panik. Der Filmtitel hätte beinahe noch dümmer ausfallen können, und Terry Crews musste kämpfen, um überhaupt auf die Leinwand zu kommen. Sein Schöpfer bezeichnet den Film heute nicht mehr als Komödie, sondern als Persiflage der heutigen Zustände.

11 merkwürdige Fakten über Idiocracy – Denk nicht zu viel darüber nach

  1. Die Idee entstand in der Schlange vor Peter Pan’s Flight. Mike Judge, der Schöpfer von Office Space und Beavis and Butt-Head, stand mit seinen Töchtern in Disneyland in der Warteschlange. Dort hörte er zwei Mütter, die ihre Kleinkinder lautstark und stolz beschimpften. Später sagte Judge: „Mir wurde klar, dass solche Menschen die Intelligenten überholen werden – und sie ziehen ihre Kinder genauso auf.“ Noch in der Schlange formte sich der Gedanke: eine Gesellschaft, in der Intelligenz ausstirbt, Dummheit herrscht und die Welt sich mit Stolz selbst verdummt.
  2. Der ursprüngliche Titel: The United States of America. Judge wollte den Titel wie ein lallendes, dummes Gestammel aussprechen lassen – eine perfekte Beleidigung. Doch Fox lehnte ab: zu aggressiv, zu direkt, zu unpatriotisch. Also entschied man sich für Idiocracy – sarkastisch, aber weniger riskant.
  3. Keine Werbung, keine Premieren, kein Interesse. Fox versteckte den Film: kein Trailer, kein Poster, keine Pressetour. Er erhielt ein einwöchiges Release-Fenster, und manche Kinos listeten ihn nur als „Untitled Mike Judge Project“. Einige Schauspieler erfuhren erst später, dass der Film überhaupt gelaufen war.
  4. Der Film litt unter den Sparmaßnahmen, die er persiflierte. Budgetkürzungen führten zu gestrichenen Drehtagen, improvisierten Locations und verspäteten Gehaltszahlungen. Manche Crew-Mitglieder erhielten nie ihr volles Geld.
  5. Maya Rudolph spielte eine zeitreisende Prostituierte – während sie im echten Leben Mutter wurde. 2005 brachte sie ihr erstes Kind mit Paul Thomas Anderson zur Welt, während der Film eine dystopische Zukunft zeigte, die vielleicht gar nicht so fern war.
  6. Terry Crews’ Performance als Präsident Camacho war größtenteils improvisiert. Sein chaotischer State-of-the-Union-Auftritt, das Motorrad, das Geschrei – fast hätte er die Rolle nicht bekommen. Erst beim fünften Casting überzeugte er.
  7. Die Komparserie sollte „dumm“ spielen – manche gingen zu weit. Von Dry-Humping bis zu rassistischen Gesten: Judge schnitt vieles raus, weil die Dummheit witzig, nicht bösartig wirken sollte.
  8. Das Ende der Zivilisation kam durch Müll. Inspiriert von echten Schlagzeilen über die Abfallkrise, wurde der Müll-Zunami zur absurden, aber logischen Pointe.
  9. Crocs als Symbol der Verdummung. Die Kostümabteilung wählte Crocs als sicheren Witz – niemand würde sie je tragen, oder? Dann eroberten sie die Welt.
  10. Fox News blieb unverändert. Während Logos, Sprache und Moral kollabierten, brauchte Fox News keine Satire – die Realität war schon absurd genug.
  11. Die Show „Ow, My Balls!“ wurde zur Realität. Die Idee, dass ein Mann immer wieder in die Kronjuwelen getroffen wird, war als übertriebene Satire gedacht. Doch YouTube-Videos mit ähnlichem Inhalt wurden später zum Hit.

Idiocracy ist auf verschiedenen Streamingplattformen verfügbar und derzeit im Angebot von Amazon Prime enthalten.